Praxis für funktionelle Körpertherapie und Gesundheitsförderung

Die Feldenkrais-Methode

Über meist sehr kleine Bewegungen können Sie Ihre Bewegungsgewohnheiten wahrnehmen, entdecken, achten und verändern lernen. Diese Bewegungen führen Sie selbst, eventuell auf Vorschlag des Lehrers, aus. Oder Sie lassen sich durch die achtsamen Hände des Lehrers bewegen.

Diese Bewegungen dienen nur Ihrer Wahrnehmung und Selbstreflexion.

Muskeln werden hier nicht trainiert, sondern Sie können lernen, sie sinnvoll koordiniert mit der dazu nötigen Spannung zu gebrauchen. Grundlage dafür ist die Fähigkeit des menschlichen Gehirns, Bewegungsverhalten um- oder neuzuprogrammieren. Diese Fähigkeit ist unabhängig vom Alter.
Nicht die Muskeln und ihre Kraft entscheiden, wie ökonomisch Sie sich bewegen, sondern das Gehirn hat die zentrale Steuerfunktion. Sie können mit Hilfe der Feldenkrais-Methode lernen, sich effektiver zu bewegen, befreit von unnötiger Anstrengung.

Wie entwickeln sich Bewegungsgewohnheiten?

Feldenkrais prägte den bekannten Satz: "Wir handeln dem Bild nach, das wir uns von uns machen." Das heißt, alle Aktivitäten, die wir mit uns und unserem Körper planen und ausführen, begründen sich auf unsere Erfahrungen, unser Wissen und Vorstellungen.
Im Kreise seiner Kultur entwickelt jeder Mensch seine eigene Lebensgeschichte und sein Selbstbild. Diese Entwicklung beginnt mit der Zeugung und ist ein Prozess während der gesamten Lebenszeit. Kleine Kinder bewegen sich mit Leichtigkeit und Ausdauer. Individuelle Bewegungsgewohnheiten bilden sich während ihrer Entwicklung. Bewegungsstrategien wie das Laufen hat unser Gehirn dann als Automatismus gespeichert. Diese Automatismen oder Gewohnheiten sind überlebenswichtig. Sonst wäre unsere Aufmerksamkeit während des Laufens mit der Koordination des Körpers besetzt (In welche Position bringe ich jetzt meinen Fuß, mein Bein, mein Becken, ...?). Durch Lebensumstände, Emotionen und unsere Art zu denken können sich diese Gewohnheiten dann unbewusst verändern. Sie können beschwerlicher und anstrengender werden.

Meist nehmen wir dies hin oder nehmen es nicht wahr, bis uns vielleicht selbst bei alltäglichen Bewegungen (Gehen, Stehen, Heben, Tragen usw.) Schmerzen und Bewegungseinschränkungen plagen. In unserer Zivilisation lernen wir schon früh, dass ältere Menschen unbeweglicher sind als Kinder. Jedoch zeigen uns Völker, die auf dem Boden hockend kochen oder ruhen und kilometerweit laufen, dass es auch im Alter möglich ist, beweglich zu sein. Wir werden also nicht unbeweglicher, weil wir altern, sondern wir lernen unbeweglicher zu sein.

BeWEGung als Tor zum Selbst

Nach der Feldenkrais-Methode lernen heißt, mit Hilfe von Bewegungen in sich selbst zu lesen. Lesen wie in einem Buch: wie und wer bin ich? Und einen Dialog mit sich selbst zu führen: wer will ich sein? Es gibt keine Erwartung an den Einzelnen. Und wer seinen kinästhetischen Sinn so verfeinert, kann erkennen, der Gedanke ist Bewegung und die Bewegung ist Gedanke. So können Sie Ihre Vorstellungen von sich selbst bereichern. Und vielleicht neue Entscheidungen treffen - körperlich, geistig und seelisch.
Sie sind frei, Ihr Selbstbild zu gestalten und können die Verantwortung dafür übernehmen. Wenn Sie die Verantwortung für sich übernehmen, können Sie Ihre Potenziale entdecken und nutzen. So sind Sie auf dem Weg zu sich selbst.

Die Feldenkrais-Methode ist besonders wertvoll für Menschen ...  

  • die sich besser bewegen wollen, unabhängig vom Alter.
  • die mit ihrem Körper arbeiten: Musiker, Tänzer, Sportler, Schauspieler...
  • mit physischen Einschränkungen und anderen gesundheitlichen Problemen, die damit anders umgehen möchten.
  • auf der Suche nach Schmerzfreiheit, Entspannung, Leichtigkeit und Flexibilität.
  • auf der Suche nach Ausdauer und Leistungsfähigkeit.
  • auf der Suche nach Haltung.
  • auf der Suche nach ihrer Kreativität
  • auf der Suche nach sich Selbst.

Dr. Moshe Feldenkrais

ist der Begründer dieser Methode des Lernens über Bewegungen. Eine eigene Knieverletzung war für den israelischen Physiker u.a. eine Motivation auch die Zusammenhänge von Bewegungen, Emotionen, Wahrnehmung und Denken zu erforschen. Mehr über sein Leben.


Quelle und weitere Informationen unter: Bewegung als Tor zum Selbst. von Angela Pfau